Vortrag zu Umgang und Kommunikation mit Menschen mit Demenz

Am 19. Februar wurde es richtig voll im Tarper Bürgerhaus! Zur Freude des Vorstands waren über 50 interessierte LandFrauen gekommen um sich den Vortrag von Antje Holst vom Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein anzuhören.

Die Erziehungswissenschaftlerin und Krankenschwester gab einen umfassenden und gleichzeitig sehr unterhaltsamen Überblick über das Krankheitsbild Demenz, das mit fortschreitendem Alter heutzutage so viele Menschen trifft und den Abbau der Nervenzellen im Gehirn bedeutet.

Vergleicht man das Leben eines an Demenz Erkrankten mit einem Bücherregal, so füllt sich dieses im Laufe des Lebens mit vielen Erinnerungen. Am Ende des Lebens „fallen einige Bücher aus dem Regal“ – der Mensch vergisst vor allem kürzer zurückliegende Ereignisse. Oftmals sind Erinnerungen aus den früheren Lebensjahren aber noch sehr präsent.

In ihren Ausführungen ging es Frau Holst sowohl um den Patienten selbst als auch um die Familienmitglieder, die oftmals mit diesem über Jahre andauernden Krankheitsprozess stark belastet sind. Möglichst früh sollten Angehörige sich Hilfe holen – Informationen liefern das Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein oder auch die Alzheimer-Gesellschaft in Flensburg.

Eine genaue ärztliche Diagnose, welche der verschiedenen Unterformen der Demenz vorliegt, kann helfen Verhaltensweisen des Betroffenen besser verstehen zu können.

Wenn Demenzkranke auch viele Dinge vergessen und verlernen, so ist das Wahrnehmen von Gefühlen und oftmals diese auszudrücken, eine ihnen noch bleibende Fähigkeit. Darauf lässt sich im Umgang, in der Kommunikation, in der Pflege aufbauen. Begegnet man dementen Menschen respektvoll und wertschätzend, vermittelt man Ruhe und Sicherheit, unterstützt man sie in ihrer verbleibenden Selbstständigkeit und geht aufmerksam auf sie ein, kann die Kommunikation sehr erleichtert werden. Auch Ängste des Patienten werden durch diese zugewandten Begegnungen abgebaut, wobei das Wohlfühlen im Augenblick eine große Rolle einnimmt. Beziehung und Kontakt sind die wichtigsten Medikamente.

Nach dem tollen Vortrag waren alle überzeugt:

„Der Mensch mit Demenz kann sich nicht ändern – nur die Umwelt kann sich ändern.“

Bilder Ivonne Greßmann

Autor Gönna Jurczyk