Unser Frauenfrühstück

Wieder einmal wurde deutlich, dass sich Genuss und Spannung bestens kombinieren lassen.

Im Gasthaus Langstedt erwartete uns zunächst ein tolles, reichhaltiges Frühstück, bei dem keine Wünsche offenblieben. In gemütlicher Runde genossen über 20 Landfrauen neben netten Gesprächen einen leckeren Start in den Tag.

Zuvor hatte Barbara Illias-Göbel bereits den bekannten Autor H. Dieter Neumann begrüßt und seine Lesung angekündigt. Alle waren nun gespannt auf kriminelle Einblicke in seine Bücher und Kurzgeschichten, zumal deren Handlungen an Schauplätzen Schleswig-Holsteins stattfinden und viele Charaktere als typisch norddeutsche Persönlichkeiten dargestellt werden. Neben einem oftmals gesellschaftspolitischen Unterthema lässt H. Dieter Neumann anspruchsvolle, detailreich erzählte Geschichten entstehen, die dem Leser vor allem in seinen Büchern um die Kriminalkommissarin Helene Christ landestypische Mentalität und Umgebungen vor Augen führen.

Wer findet die Leiche? Diese entscheidende Frage stellt sich dem Autor – neben vielen weiteren Überlegungen – bereits bei den ersten Ideen. Bevor das eigentliche Buch geschrieben wird, sind Disziplin und Fleiß sowie ein gewisses literarisches Rüstzeug nötig. Diesen längeren Weg hat der neueste und 5. Band aus der „Helene-Christ-Reihe“ hinter sich. So las Herr Neumann überaus mitreißend und zugleich unterhaltsam mehrere Stellen aus dem Küsten-Krimi „Blutmöwen“ – inklusive Finder der Leiche. Wie es allerdings weitergeht in diesem kriminellen Familiendrama, erfahren Interessierte nur, wenn sie es selbst zu Ende lesen. Wer wollte, konnte dieses oder weitere Bücher während einer Pause vor Ort erwerben.

Mit der Lesung seiner düsteren Kurzgeschichte „Dunkles Wasser“ um die Fischerfamilie Jacobsen, die bereits ausgezeichnet wurde, zeigte H. Dieter Neumann außerdem sein Gespür für die Tiefen der menschlichen Psyche. Wenn auch sicher so mancher Zuhörerin ein Schauer über den Rücken lief und man sich lieber wieder mit Helene Christ auf Spurensuche begeben hätte, waren sich doch alle einig: Es war ein toller, krimineller Vormittag!