Umgangsformen gestern und heute

Hat eigentlich „gutes Benehmen“, wie viele es aus früheren Zeiten kennen, heutzutage noch Fürsprecher? Sind unsere Umgangsformen, die viele Menschen als „Knigge-Regeln“ bezeichnen, noch zeitgemäß?
Antworten erhielten fast 30 LandFrauen bei einem Vortrag im Bürgerhaus: Sonja Stümer, Tanzlehrerin und Tanzpädagogin aus Niebüll, lud die Anwesenden zu einem überaus unterhaltsamen „Klönschnack über Umgangsformen“ ein. In ihrer Tanzschule hat sie mit Menschen unterschiedlichsten Alters zu tun. Sowohl dort als auch in allen anderen Lebensbereichen sind Respekt und Sicherheit die Grundlage für ein zufriedenes Miteinander. Für alle Situationen, in denen Menschen sich gegenüberstehen bedeutet: Beide Seiten wollen zufrieden sein.

Gute Umgangsformen sind laut einer Umfrage 96 Prozent der Deutschen wichtig. Leider trifft man manchmal die anderen 4 Prozent … Umso wichtiger sollte uns sein, uns öfter für gutes Verhalten zu entscheiden: Im Straßenverkehr nicht auf unserem Recht beharren, anderen Menschen öfter mal eine Freude bereiten, freundlich und aufmerksam sein. Letztendlich lebt man mit dieser Einstellung glücklicher und gesünder.
Höflichkeit und Etikette spielen bei den Umgangsformen eine entscheidende Rolle: Höflichkeit bedeutet, seinem Gegenüber mit Respekt zu begegnen und so zu handeln, dass die Situation für die Person angenehm ist. Die Etikette – das Regelwerk der Umgangsformen für die Gesellschaft – spielt ebenso eine Rolle: Vorgegebene Verhaltensmuster geben Sicherheit in Situationen wie im Restaurant, im Theater oder bei Einladungen.

Mit Humor, einem Wissenstest und vielen Beispielen brachte Sonja Stümer auf den Punkt, was viele von uns schon länger dachten: Bekannte Umgangsformen sind auch heute durchaus hilfreich und bewirken ein freundlicheres Miteinander. Gern darf der Mann „Gentleman“ sein und der Frau die Tür aufhalten. Im Restaurant zahlt die Frau auch gern die Rechnung. Und ja: Man darf „Gesundheit!“ wünschen, nachdem jemand geniest hat.

Man sollte die Regeln der Etikette kennen und aktiv entscheiden: Halte ich sie ein oder verzichte ich aus Höflichkeit darauf, damit die Unkenntnis meines Gegenübers ihm nicht peinlich wird? Durch das Entwickeln eines solchen Feingefühls kann jeder auf dem Weg sein, ein besserer Mensch zu werden. Mit dem guten Vorsatz, nicht zu den 4 Prozent der der „Umgangsnörgler“ gehören zu wollen, endete ein interessanter Abend!